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Schwer zu behandelnde Depressionen.

Wenn bisherige Behandlungen nicht den erhofften Erfolg gebracht haben, braucht es Zeit, eine präzise Diagnose und eine individuell abgestimmte Strategie. In dieser Sprechstunde nehmen wir uns dafür Raum.

Was ist eine schwer zu behandelnde Depression?

Nicht jede Depression spricht auf eine erste Behandlung vollständig an. Wenn Betroffene trotz adäquater Therapie keine ausreichende Besserung erleben, spricht man von einer schwer zu behandelnden Depression. Das kann sich als anhaltend gedrückte Stimmung, fehlende Lebensfreude, Erschöpfung und sozialer Rückzug zeigen, obwohl bereits Behandlungsversuche unternommen wurden. Die Entstehung depressiver Störungen ist komplex und bislang nicht vollständig geklärt. Sowohl genetische Veranlagungen (Risikogene) als auch belastende Lebensumstände und Umweltfaktoren tragen wesentlich dazu bei.

Der Begriff therapieresistent ist in der psychiatrischen Fachsprache verbreitet, wird aber dem Erleben vieler Betroffener nicht gerecht und ist medizinisch häufig ungenau. Denn eine ausbleibende Besserung bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Depression grundsätzlich unbehandelbar ist. Häufige Gründe sind eine unzureichende Dosierung oder Behandlungsdauer eines Medikaments, eine falsche oder unvollständige Diagnose – wie beispielsweise eine bisher nicht erkannte bipolare Störung, ein ADHS, eine Angststörung oder eine körperliche Grunderkrankung wie eine Schilddrüsenfehlfunktion – sowie ungünstige Lebensumstände und psychosoziale Belastungen, die eine Genesung erschweren.

Ähnlich verhält es sich mit dem Begriff chronisch: Auch eine seit Jahren bestehende Depression ist nicht automatisch dauerhaft. Mit einer präzisen Diagnose und einer angepassten Behandlungsstrategie lassen sich oft deutliche Verbesserungen erzielen – manchmal auch dann, wenn mehrere Vorbehandlungen wenig geholfen haben.

Sorgfältige Diagnostik

Am Anfang steht eine umfassende psychiatrische Befunderhebung. Wir klären, ob und in welcher Form eine depressive Erkrankung vorliegt und ob Begleiterkrankungen das Bild mitprägen. Dazu gehören auch die Auswertung bisheriger Behandlungsverläufe und, sofern indiziert, körperliche und labormedizinische Abklärungen.

Zweitmeinung

Wenn Sie bereits in Behandlung sind oder waren und sich unsicher fühlen, ob der eingeschlagene Weg der richtige ist, bieten wir eine strukturierte Zweitmeinung an. Wir besprechen Ihre Diagnose und Therapiegeschichte offen und ohne Vorbehalte.

Beratung zu Behandlungsoptionen

Gemeinsam mit Ihnen erarbeiten wir eine individuelle Behandlungsperspektive. Wir erläutern, welche Optionen nach aktuellem Wissensstand sinnvoll sein können – transparent, verständlich und auf Ihre Situation abgestimmt.

Medikamentöse Behandlung

Sollte die bisherige medikamentöse Therapie nicht ausreichend gewirkt haben, prüfen wir systematisch Alternativen: Wechsel des Antidepressivums, Kombinationsbehandlungen, Augmentationsstrategien sowie die gezielte Berücksichtigung von Wechselwirkungen oder pharmakogenetischen Besonderheiten.

Psychotherapeutische Empfehlungen

Eine adäquate Psychotherapie ist ein zentraler Bestandteil der Depressionsbehandlung. Wir beraten Sie zu evidenzbasierten Verfahren. Aktuell bieten wir in unserer Praxis noch keine psychotherapeutische Behandlung an.

Erweiterte Behandlungs­verfahren.

Wir planen, künftig weitere innovative Behandlungsverfahren anzubieten, die speziell für schwer zu behandelnde Depressionen zugelassen oder erprobt sind.

Esketamin (Spravato®)

Nasales Spray, das bei therapieresistenter Depression zugelassen ist und insbesondere bei schnell wirksamer Behandlung eine Rolle spielen kann.

Repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS)

Nicht-invasives, gut verträgliches Verfahren der Hirnstimulation, das gezielt depressionsrelevante Hirnareale aktiviert.

Diese Verfahren sind aktuell noch nicht in unserer Praxis verfügbar. Wir informieren Sie an dieser Stelle, sobald wir sie anbieten können.